Was Ryanair und Aldi gemeinsam haben

Beide Unternehmen haben mit ihrer Billigpreis-Strategie nicht nur ihre Branche revolutioniert, sondern sind, so Ryanair-Chef O’Leary offenbar kaum noch in der Lage mit der bisherigen Klientel zu wachsen. Dies sagte O´Leary in einem Handelsblatt-Interview (wie jedes Interview mit ihm sehr lesenswert). Ryanair will nun Geschäftskunden angehen und diesen etwas mehr Service als seinen extrem preisbewußten Stammkunden bieten. Und da zugleich die Lufthansa abspeckt, dürfte der Unterschied zwischen beiden Fluggesellschaften abnehmen. Nun bin ich kein Luftfahrtexperte, doch kann ich mir vorstellen, das Ryanair als Folge seiner Kostenstruktur stets im Vorteil sein wird.
Und Aldi: Der Discounter hat sukzessive nicht nur sein Sortiment verbessert und hat zwischenzeitlich schöne Geschäfte, sondern gibt nun erstmalig auch ein Kundenmagazin heraus.

Was kann man hieraus ableiten? Möglicherweise, dass höherpreisige Anbieter nicht versuchen sollten sich dem unteren Niveau anzunähern. Die Kostenersparnis mag 2-3 Jahre helfen, aber dann fangen die Probleme von vorne an.

Vielleicht kann der Sachverhalt auch übertragen werden: Derzeit empfehlen viele Berater den großen Einzelhändlern zu Investitionen ins Internet. Dies sehe ich skeptisch, denn dort zählt häufig nur der Preis. Und aus eigener Erfahrung weiß ich: Früher ging ich ab und zu zu Lodenfrey in die Münchner Innenstadt. Heute rufe ich die Website auf und bleibe dann bei „Sale“ hängen. D.h. für Lodenfrey: Kunde behalten, aber wesentlich geringere Marge.