Mit welchem Zinssatz kalkulieren Sie?

Meine grundsätzliche These lautet: „Die klassische Kalkulation stellt nur die Preisuntergrenze dar. Man soll diese kennen, letztlich den Preis aber über die Definition des Kundennutzens definieren.“ Insofern ist die Fragestellung dieses Beitrags womöglich nur zweitrangig.
Ein Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung kann auch auf die Kalkulation übertragen werden: So langsam haben wir uns an niedrigste Zinsen gewöhnt und verlernt zu hinterfragen, was passiert, wenn sie wieder anziehen. Dies scheint mir in der Tat so zu sein: Bei Mehrjahresanalysen verweisen Unternehmer bisweilen auf die konstante Umsatzrendite von z.B. 5%, vergessen dabei aber, dass die Qualität einer heutigen Umsatzrendite von 5% eine andere ist als z.B. vor fünf oder sechs Jahren als die Zinslast noch eine andere war. Dies gilt insbesondere bei starker Inanspruchnahme von Kontokorrentkrediten. Daher erscheint mir es ratsam – ähnlich wie es bei kalkulatorischen Abschreibungen der Fall ist – auch im Fremdkapitalbereich mit höheren kalkulatorischen Zinsen zu rechnen.