Bahn verzichtet wg. Konkurrenz auf Preiserhöhungen – Muster für den Mittelstand?

Durch die Fernbusse hat die Bahn bekanntlich eine starke Konkurrenz erhalten. Bei einem sehr großen Fixkosten-Anteil entspricht der Wegfall eines Kundes fast einem geringerem Deckungsbeitrages in Höhe seines Ticket-Preises. Insofern ist die Bahn nicht mit Produktionsunternehmen zu vergleichen, die einen größeren Anteil an variablen Kosten zu tragen haben. D.h. bei der Bahn wäre eine Preiserhöhung von 2% vermutlich bereits kritisch zu sehen, wenn sie einen gleich großen Anteil an Fahrgästen verliert. (Ein Unternehmen mit variablen Kosten von 50% verkraftet einen Absatzrückgang, der deutlich über der Preiserhöhung liegt).
Anderseits stellt sich die Frage, ob 2% höhere Preise für die Kunden, die sich offenbar bereits gegen Fernbusse entschieden haben, kritisch sind oder nicht. Auf Sicht von einem Jahr ist dies schwer zu beurteilen. Daher der Hinweis, dass die Bahn bereits 2014 auf Erhöhungen der Fahrpreise für die 2. Klasse verzichtet hat (Link). Und so stell ich mir als Externer die Frage, wie es weitergehen soll? Will die Bahn auch 2016 die Löhne erhöhen, nicht aber ihre Verkaufspreise. Und wie soll der Service verbessert werden, wenn kein Geld verdient wird? Auf den Mittelständler übertragen bedeuten diese Überlegungen: Man kann nicht jeden Kunden halten, aber die bestehenden müssen absolut zufrieden sein.
Auch sollte man sich bewußt sein, welche Kunden besonders eng an einen gebunden sind: Bei der Bundesbahn dürften dies wohl Nutzer der 1. Klasse sein (Unterstellung: achten mehr auf Zeit und ruhiges Reisen), dazu Personen, die keine Experimente wollen, denen es leicht im Auto übel wird, die auch mal auf und ab gehen wollen, die ein WC und Gastronomie schätzen etc.

Übrigens dürfte der Umsatz der Fernbusse in diesem Jahr irgendwo bei 0,3 MioEuro liegen. die Bahn erlöst im Fernverkehr rund 4 MrdEuro.