Google: Der Verkaufspreis könnte der Grund sein, weshalb kein „Google-Auto“ kommt

Nach der Vorstellung des selbstfahrenden „Goolge-Autos“ wird derzeit heftig darüber spekuliert, ob Goolge tatsächlich sein Auto in den Markt einführt. In diesem Zusammenhang wird gerne vom Kodak-Syndrom gesprochen. Hierunter wird die Gefahr verstanden, dass die etablierten Marktteilnehmer (z.B. Daimler, BMW, GM) durch einen neuen digitalen Anbieter binnen kurzer Zeit hinweggefegt werden könnten. Genau dies passierte Kodak und Polaroid und droht den Print-Medien.
Der Renault-Chef Ghosn nannte die Tage einen logischen Grund, der gegen ein „Google-Auto“ spricht: Google müßte einen Verkaufspreis akzeptieren, der zwangsläufig die bisherige Umsatzrendite massiv senken würde. In der Tat, solch eine Umsatzrendite wie Google erzielt kein (Massen-) Autohersteller.
Der Mittelständler, an den sich dieser Blog richtet, sollte dies berücksichtigen: Trete nicht in Märkte in, die zu einer Verschlechterung der Rendite führen – auch wenn der absolute Ertrag gesteigert werden könnte.

Handelsblatt stellt Rendite- und Pricing-Könige vor

Das Handelsblatt stellt in der Print-Ausgabe v. 28.03.2014 Unternehmen vor, die eine Umsatzrendite von mind. 25% erzielen. Es ist klar, dass dieser hohe Wert nicht nur durch Kostenführerschaft oder Innovationen erzielt wird, sondern auch mittes perfektem Pricing. D.h. Bescheidenheit beim Verkaufspreis kann den vorgestellten Unternehmen nicht nachgesagt werden. Hier die Unternehmen und ihre Umsatzrendite:

Lego 33%
Hermès 32%
Philip Morris 44%
Gazprom 27%
SAP 27%
Roche 36%
Pro Sieben 26%
Dinkelacker 24%
Rational 29%

Am interessantesten erscheinen mir Rational und Roche. Rational begann als kleines Unternehmen 1976 und bedient nur das B2B-Geschäft. Die Produkte sind auch nicht so günstig, dass sie durch das Raster des Einkaufs fallen würden. D.h. es gibt sicherlich härtere Preisgespräche, aber Rational versteht es dennoch seine Preise durchzusetzen. Ähnliches gilt für Roche: Der Pharma- und Biotech-Konzern hat in vielen Ländern sparsame Krankenkassen und Gesundheitsbehörden als „Preis-Gegner“ und kann dennoch die o.g. Rendite erzielen.