Verkaufspreise werden nicht nur durch Öl und Euro bedroht

Gegenwärtig wird viel über die Gefahr einer Deflation gesprochen. Der Ölpreis ist stark gesunken und sorgt so für Preisdruck. Der Rückgang des Euros erhöht zwar im Gegenzug die Importpreise, reflektiert aber auch die schwache Nachfrage in weiten Teilen Europas.
Das Manager Magazin 02/15 nennt bzw. deutet weitere, ernsthaftere Gründe für rückläufige Preise an:
1. Durch die Digitalisierung verschwinden physische Produkte wie CD, DVD oder Print. Die Ersatzprodukte sind günstiger. Zudem nimmt der Wettbewerb zu (Amazon vs. Einzelhandel) oder es treten neue Marktteilnehmer auf, die die bisherigen Preisstrukturen verändern (z.B. Uber, AirBnB).
2. Die Entwicklung in China sei von Marktsättigung oder Überkapazitäten geprägt. In China stehen bereits 64 Mio. Wohnungen leer. China hätte von 2011-13 so viel Zement verbraucht wie die USA im gesamten zwanzigsten Jahrhundert. Wenn nun weniger gebaut wir in China, wird zwar kein Zement exportiert, aber passiert mit den Kapazitäten der Baumaschinenhersteller oder LKW-Hersteller oder sonstigen baunahen Branchen? Sie werden, so es geht, exportieren. Und da die Qualitätsargumente noch überschaubar sind, wird der Markteintritt primär über den Preis erfolgen müssen.
Anderes Beispiel: Die Überproduktion der chinesischen Stahlwerke würde, so das Manager Magazin, der gesamten deutschen Stahlproduktion entsprechen.
Die in China bei anhaltend schwacher Nachfrage sinkende Kaufkraft wird wiederum zu weniger Importen führen – die deutschen Autohersteller merken dies bereits. Folge: Auch hier sinkende Preise.
Fazit: Eine geschickte Preisdifferenzierung wird in Zukunft umso wichtiger sein. Die Hauptprodukte werden womöglich einem verstärkten Preiswettbewerb unterliegen. Dieser muß andersweitig kompensiert werden.
Gerne helfe ich Ihnen hierbei.