Wie Industrie 4.0 klassische Produkte verändern kann – Beispiel Schuhe als Navi

Viele Mittelständler in klassischen Märkten mit geringer Innovationsrate oder Produkten ohne IT-Affinität glauben, dass das Internet der Dinge nur einzelne Abläufe von ihnen betrifft. Folgendes Beispiel zeigt, dass dies nicht stimmt. Wer, so wie ich häufiger in fremden Innenstädten einen Termin hat und den Fußweg zum Ziel finden muß, benutzt gerne sein Handy als Navi. Beim Tragen von Gepäck ist dies ebenso lästig wie bei Regen. Zudem sieht es komisch aus.
Nun gibt es Schuhe, die mittels Vibration den Weg weisen. Diese Innovation, eigentlich nur eine Nutzung bestehender Möglichkeiten, ist zudem preislich interessant. Bei geringen zusätzlichen variablen Kosten erscheint ein deutlicher Preisaufschlag machbar. Übrigens stammt die Idee aus Indien und wurde dort umgesetzt.
Link zum Navi-Schuh

Made in Germany – Preisaufschlag von 20% ist in den aufstrebenden Märkten möglich

Wie eine Umfrage anhand der Van-Westendorp-Methode unter über 4.000 Teilnehmern in 14 Ländern ergab, sind Kunden in den Emerging Markets (insbesondere BRIC), aber auch Japan bereit, für deutsche Produkte deutlich mehr zu zahlen. Je nach gewünschtem Attribut („sehr zuverlässig“) ist ein Preisaufschlag von bis zu 20% darstellbar. Noch besser beurteilt werden nur schweizer Produkte. Es gibt allerdings auch Attribute, bei denen das Made in Germany weniger wert ist (z.B. „Eleganz“). Dieser Aspekt sollte bei der Abgabe von Angeboten im Ausland stets berücksichtigt werden. Wir handeln übrigens genauso: Ein chinesisches Produkt muß fast zwingend deutlich günstiger als ein deutsches sein, damit wir es kaufen. Ähnliches gilt – mit geringeren Werten – für Produkte aus anderen europäischen Ländern.
Die Erkenntnisse der Studie fließen in meine „Kundenbewertungs-Matrix„, die z.B. für Maschinenbauer sehr hilfreich sein kann, ein.
Die Studie ist für 190 Euro zu beziehen. Autoren: Feige, Fischer, Reinecke, Mahrenholz: Marke Deutschland – Image und Mehrwert im internationalen Marketing.