Pricing – Trends

Mit dem Geschäftsführer einer anderen Pricing-Beratung sprach ich kürzlich über die kommenden Trends im Bereich der Preisgestaltung, der Verkaufspreis-Optimierung. Wir haben uns einig, dass neue Technologien zwei Trends maßgeblich beschleunigen werden:
1. Das dynamische Pricing. Mittels digitaler Preisschilder und natürlich vor allem im Internet können die Preise permanent und situativ (nach Tageszeit, Wochentag, Wetter etc.) angepaßt werden.
2. Das personalisierte Pricing. Warum soll jeder gleichviel für ein Produkt zahlen? Heute sehen wir bereits, dass Nutzer von Apple-Betriebssystemen eher mehr zahlen müssen im Internet, dass in Deutschland ansässige Kunden bei Internet-Reservierungen mehr für ein Leihauto in UK zahlen müssen als dort ansässige Kunden. Künftig wird eine Frau, deren Augen beim Anblick eines Kleides leuchten wohl mehr bezahlen müssen als eine Frau, die das Kleid eher gelangweilt betrachtet.

Hierüber haben wir nicht gesprochen: Grundsätzlich sehe ich einen gewissen Preisdruck als Folge der Digitalisierung. Wenn die Produktivität wirklich steigt bzw. Kapazitäten freigesetzt werden, dann wird ein Teil oder gar der Großteil dieses Zusatzertrages an den Kunden weitergegeben werden. Wieso sollten Kapazitäten freigesetzt werden? Nun, wenn Fahrzeuge autonom fahren, werden weniger benötigt, da man jederzeit via Handy ein Auto bestellen kann. Und auch wenn sich das Elektroauto schwer tut, allein ein Marktanteil von 5 oder 10% würden die Hersteller konventioneller Antriebsstränge unter Druck geraten. Wer die Gefahr des Preisdrucks nicht sieht, der möge sich einmal klassische Branchen anschauen, in denen die Nachfrage (stark) zurückgegangen ist (z.B. Druckmaschinen oder auch Druckerzeugnisse). Die Verbreitung der 3-D-Drucker dürfte ebenfalls zu Überkapazitäten führen. Die 3-D-Drucker stehen in Konkurrenz zu klassischen Fertigungsmaschinen, die aber nicht sofort stillgelegt werden, sondern notfalls zu Grenzkosten weiter benutzt werden.