Unbewusste Monopole – wie ein Monopolist der Sanierung nahe kam

Legale Monopole sind bekanntlich aus preislicher Sicht sehr interessant. Zwei Beispiele sollen hier zeigen, dass es Monopole häufiger gibt und von ihnen gerade kleinere Unternehmen profitieren können:
1. Kies-Unternehmen. Als Folge der in Relation zum Warenwert sehr hohen Dieselkosten ist die Reichweite eines Kieswerkes sehr begrenzt. D.h. das Kieswerk im Norden einer großen Stadt ist bereits häufig kein Konkurrent mehr für das Werk im Süden der Stadt.
2. Die Wirtschaftswoche stellte vor einigen Jahren einen Glasfasernetzbetreiber vor, der im Gegensatz zu Telekom & Co. nicht die großen Städte erschließt, sondern seine Kabel nur in kleineren Gemeinden verlegt. Sind diese einmal verkabelt, wird kein Wettbewerber auf die Idee kommen, hier ebenfalls Kabel zu verlegen. Sofern die demographische Prognose des Ortes positiv ist, können kleinere Monopol-Gewinne abgeschöpft werden.

Problematisch ist es, wenn sich der Monopolist seiner Stellung gar nicht bewußt ist. Diese Tage besuchte ich ein Zuliefer-Unternehmen mit kleinerem 2-stelligen Mio-Umsatz und einer „schwarzen Null“ als Ergebnis. Meine Nachfrage ergab, dass etwa 30 Firmen beliefert werden und das Gros über die hohen Preise klagt und keine Preiserhöhungen akzeptieren würde. Meine Analyse der Umsatzstruktur der vergangenen Jahre zeigte bei einem in etwa stabilen Umsatz eine gewisse Fluktuation der Kunden und vor allem deren unterschiedliche Gewichtung. Hierauf weisend erhielt ich als Antwort, dass man ja fast alle Marktteilnehmer beliefert. Schwächelt ein Kunde am Markt, so hätte sich der Umsatz nur zu einem anderen verschoben, was für das eigene Unternehmen eigentlich egal sei, da man so oder so als Lieferant dabei sein. „Wenn das kein heimlicher Monopolist ist“ dachte ich mir. Eine Preiserhöhung über zumindest 5% sollte ohne größeres Risiko möglich sein. Aus Vorsichtsgründen wird sie zunächst nur bei einzelnen Kunden „ausprobiert“.

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