Luxusartikel und ihre Herstellkosten

In der SZ v. 30.11.14 ist zu Lesen, dass eine Dauenjacke von Moncler mit Herstellkosten von 45 Euro (netto) im Laden zu 1.200 Euro (brutto) angeboten wird. Das Nähen einer Prada-Jacke, die im Laden mit 1.950 Euro angeboten wird, würde nur 33,80 Euro kosten. Dies bestätigt m.E. meine Vermutung, dass von Aldi angebotene Kleidungsartikel die gleiche Qualität aufweisen wie Artikel im Fachgeschäft, die dort 5 bis 6x soviel kosten.
Bei einem Kosmetik-Unternehmen habe ich die Erfahrung gemacht, dass Artikel, die im Laden 20 Euro kosten Herstellkosten von weniger als 1 Euro haben.
Den Luxus-Label kann man gratulieren. Sie leben aber auch gefährlich: Als Folge der Russland-Sanktionen und des Rubel-Verfalls klagen die einschlägigen Geschäfte auf der Münchner Maximaliansstraße über Umsatzeinbussen zwischen 15 und 30%.

Zalando

Margen in der Modebranche

Im Handelsblatt (Printausgabe 04.02.14) wurden die Probleme der deutschen Modeindustrie thematisiert. Der Rohertragsfaktor, der das Verhältnis von Endverkaufspreis (brutto!) und den Produktionskosten widergibt, betrug 2001 noch 4,6. D.h. z.B.  ein Anzug, der für 100 Euro hergestellt wurde, konnte für 460 Euro an den Privatkunden verkauft werden.

Dieser Faktor sank bis 2013 auf den Wert von 3,4. Als Hauptgrund werden effiziente Händler wie H&M, Zara und Ernsting´s Familiy genannt. Da der klassische Textilhändler wahrscheinlich noch immer die alte Relation benötigt, dürfte er eine vergleichbare Qualität nur zu einem höheren Preis anbieten können.

Und: Preislich starke Firmen wie Hugo Boss rechnen m.W. heute – entgegen des Trends – mit 6,5. Die EBITDA-Marge von Boss liegt dementsprechend bei etwa 20%.