Pricing-Vorbild MyMuesli mit nächstem Streich

Das Unternehmen, das Müsli zu sehr hohen Preisen, aber in eher kleineren und nicht vergleichbaren Gebinden anbietet, hat ein neues Produkt: „Hipster-Milch“ für sage und schreibe 3,90 Euro/ Liter. Es handelt sich natürlich nicht um Kuhmilch, sondern um Hafermilch. Aber: Diese gibt es heute bereits bei Alnatura für die Hälfte des Preises. Die Strategie von MyMuesli ist eindeutig: Lieber weniger verkaufen, dafür zu hohen Margen.
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Suchspiel: Was fällt Ihnen bei den Milchpreisen auf?

Schauen Sie sich die Preise bitte genau an (leider ist auch Kakao dabei, bitte ignorieren). Was fehlt bei den Preisen? Worauf deuten die Preise hin?

KuehlthekeEs fehlen Milchpreise zwischen 0,65 Euro und 0,95 Euro. Warum? Die preissensiblen Kunden werden sowieso die Milch zu 0,65 Euro kaufen. Wer bereit ist mehr auszugeben, soll gar nicht erst in Versuchung kommen eine Packung z.B. für 0,89 Euro zu kaufen. (Psychologisch gesehen hätte der Kunde bei diesem Preis schon ein gutes Gefühl – 24 Cent mehr als der billigste Artikel, „da muß die Qualität schon ganz gut sein“). Die teuerste Milch zu 1,25 Euro wird vielleicht weniger gekauft, relativiert aber definitiv die Milchpreise über 1 Euro. Und die Margen? Der Bauer, der die Milch für die billigste Milch liefert, erhält vielleicht 30 Cent, d.h. Molkerei und Händler teilen sich eine Marge von 50% (0,65 Euro abzgl. MwSt. abzgl. 30 Cent Milchpreis). Der Bauer, der die Milch für 1,25 Euro liefert, erhält wahrscheinlich weniger als 50%. D.h. Molkerei und Händler haben absolut und relativ eine höhere Marge. Die richtige Preisdifferenzierung erhöht den Gewinn. Das ist Pricing!