Fair Pricing – bei Kreuzfahrten häufig ein Fremdword

Der Ansatz des „Fair Pricing“ wurde wohl zuerst für die Medizin-Branche entwickelt. Klar, ein Hersteller soll Geld verdienen, aber ethisch unhaltbar wären beispielsweise gleiche Medikamentenpreise für Kunden in der Schweiz wie auch in einem 3. Welt-Land. Aus diesem Grund soll in der Medizin das lokale Einkommen berücksichtigt werden.

„Fair Pricing“ gewinnt aber auch in ganz anderen Branchen an Bedeutung. Häufig wird der Begriff erst verwandt, wenn es der Lieferant übertreibt. Ein Beispiel stellt die Kreuzfahrtbranche dar. Lt. Handelsblatt (23.01.18, S. 18/19) werben viele US-Reedereien sowie die italienische Reederei MSC mit scheinbar sehr niedrigen Preisen. Der Kunde wird dann bei der Buchung darauf hingewiesen bzw. verpflichtet sich dazu, dass noch ein Trinkgeld fällig ist. Je nach Anbieter beträgt dieses 10 Euro/ Tag oder auch 16,50 Dollar/ Tag.

Ohne die Trinkgelder käme die Crew nicht aus. Bei US-Reedereien verdienen viele nur 800 Dollar/ Monat.

Die deutschen Reedereien wie Aida oder Tui Cruises haben diese Praxis nicht übernommen und somit einen Wettbewerbsnachteil. Ihre Angebote sind scheinbar teurer.

Mein Rat: Man muß nicht alles machen, was möglich ist. Abgesehen von der Fragwürdigkeit des verlangten Trinkgeldes: Es kann schnell zum Eigentor werden, wenn sich der Kunde übervorteilt fühlt oder es gar zu Unterschlagungen kommt.

zalando outlet