Inflation ist da – stimmen Ihre Preise?

Es fing mit dem Chipmangel an. Plötzlich war die Nachfrage größer als das Angebot an Halbleitern. Dann wurde unerwartet so viel bestellt, dass die Frachtkapazitäten nicht mehr ausreichten und die Container-Preise explodierten. Nun sind sogar einfache Materialien wie Holz knapp. Die Unsicherheiten nehmen zu und vor allem steigen die Preise. Derzeit sind es nur die Materialpreise, doch dürften die nächsten Lohnrunden zu deutlich steigenden Löhnen führen.
Höhere Löhne sind seitens der Gewerkschaften gut begründbar: Mieten steigen, die Co2-Abgabe hat die Energiekosten erhöht und auch der Rest des täglichen Bedarf wird – vielleicht mit Ausnahme von Textilien – eher teurer als billiger.

Was bedeutet dies für Ihr Unternehmen? Vielerlei!
– Wer heute längerfristige Verträge ohne Preisgleitklauseln abschließt, kann seine Existenz gefährden. Dies merken derzeit Handwerker, deren Angebote auf ganz anderen Einkaufspreisen beruhten.
– Lieferengpässe können per se ihre Produktivität reduzieren.
– Allgemeine Preiserhöhungen bieten die Möglichkeit selber Preiserhöhungen vorzunehmen, auch wenn man nicht direkt betroffen ist. Dies geht dann, wenn die Preiserhöhung unter dem „Radar“ des Einkaufs erfolgt. Der Einkauf hat derzeit ganz andere Probleme.

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0% Inflation gilt selten für Unternehmen

Wenn ich im Vorgriff auf 2016 Unternehmer nach ihren Verkaufspreisen frage, höre ich gerade von margenschwachen Unternehmern: „Nichts, Sie wissen doch, wir haben keine Inflation und da kann ich den Einkäufern nichts abverlangen.“ Meine Antwort: Sie haben sehr wohl Erhöhungen zu verkraften. Bei einem Anteil der Personalkosten am Umsatz von 30% und einer – aktuell durchaus üblichen – Erhöhung der Löhne und Gehälter um rund 3% steigt die Personalquote bei unveränderten Verkaufspreisen und Absatz von 30% auf 31%. Die Differenz von 1% scheint zwar gering zu sein, aber bei einer vorherigen Umsatzrendite von 5% kommt es bei dieser zu einem Rückgang um 20% auf 4%. Und, wie bereits einmal beschrieben, gibt es das Gesetz des kumulativen Wachstums, das aus kleinen Beträgen auf mittlere Sicht große Beträge macht.
Das nachfolgende Schema zeigt, wie Sie in etwa Ihre Kosten des Folgejahres abschätzen können:

Wie Sie die künftige Kostenstruktur abschätzen können

Wie Sie die künftige Kostenstruktur abschätzen können

Anzeichen einer aufziehenden Inflation – sind Sie preislich hierauf vorbereitet?

Wer den Immobilien- oder sonstigen Sachwertemarkt (von Kunst bis Oldtimer) beobachtet, wird die Erkenntnis des Flossbach von Storch Research Institutes nicht verwundern: Die Vermögenspreise sind zuletzt beschleunigt angestiegen. In Q 1 2015 zu Q 1 2014 um hohe 7,3%. Da zugleich (auch als Folge dessen) die Lohnforderungen stetig steigen, dürfte ein Preisanstieg in den Gütermärkten nur noch eine Frage der Zeit sein. D.h. bei länger laufenden Verträgen sollte diese Einschätzung ebens wie bei Preisrunden berücksichtigt werden.