Wal Mart setzt Roboter für´s Pricing ein

Der amerikanische Supermarkt-Konzern kontrolliert seine Warenbestände in den Läden nun versuchsweise mit Robotern. Diese scannen die Regale um nachzuordern und um Preise anzupassen. Nimmt der Warenbestand zügig ab, werden die Preise erhöht – digitale Preisschilder und Vernetzung ermöglichen Dynamic Pricing. Ein Youtube-Video zeigt das etwas sperrige Gerät:

Onlinehandel: 40% der Nutzer bemerken keine Preisveränderungen

Gerade im Internet nehmen personalisierte Preise (Prämissen: bisheriges Kauf- und Suchverhalten, Wohnort, Betriebssystem – dazu externe Faktoren wie Wetter) stetig zu. Wie eine Umfrage in Österreich ergab, realisieren aber 40% der Nutzer Preisschwankungen nicht (so sie nicht übertrieben hoch ausgefallen sind). Insofern haben die Shop-Betreiber zahlreiche Optionen, wobei sie den Fairness-Gedanken nicht vergessen dürfen.
Die Untersuchung bestätigte die hohe Preissensibilität derer, die Preisschwankungen bemerken.

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Pricing – Trends

Mit dem Geschäftsführer einer anderen Pricing-Beratung sprach ich kürzlich über die kommenden Trends im Bereich der Preisgestaltung, der Verkaufspreis-Optimierung. Wir haben uns einig, dass neue Technologien zwei Trends maßgeblich beschleunigen werden:
1. Das dynamische Pricing. Mittels digitaler Preisschilder und natürlich vor allem im Internet können die Preise permanent und situativ (nach Tageszeit, Wochentag, Wetter etc.) angepaßt werden.
2. Das personalisierte Pricing. Warum soll jeder gleichviel für ein Produkt zahlen? Heute sehen wir bereits, dass Nutzer von Apple-Betriebssystemen eher mehr zahlen müssen im Internet, dass in Deutschland ansässige Kunden bei Internet-Reservierungen mehr für ein Leihauto in UK zahlen müssen als dort ansässige Kunden. Künftig wird eine Frau, deren Augen beim Anblick eines Kleides leuchten wohl mehr bezahlen müssen als eine Frau, die das Kleid eher gelangweilt betrachtet.

Hierüber haben wir nicht gesprochen: Grundsätzlich sehe ich einen gewissen Preisdruck als Folge der Digitalisierung. Wenn die Produktivität wirklich steigt bzw. Kapazitäten freigesetzt werden, dann wird ein Teil oder gar der Großteil dieses Zusatzertrages an den Kunden weitergegeben werden. Wieso sollten Kapazitäten freigesetzt werden? Nun, wenn Fahrzeuge autonom fahren, werden weniger benötigt, da man jederzeit via Handy ein Auto bestellen kann. Und auch wenn sich das Elektroauto schwer tut, allein ein Marktanteil von 5 oder 10% würden die Hersteller konventioneller Antriebsstränge unter Druck geraten. Wer die Gefahr des Preisdrucks nicht sieht, der möge sich einmal klassische Branchen anschauen, in denen die Nachfrage (stark) zurückgegangen ist (z.B. Druckmaschinen oder auch Druckerzeugnisse). Die Verbreitung der 3-D-Drucker dürfte ebenfalls zu Überkapazitäten führen. Die 3-D-Drucker stehen in Konkurrenz zu klassischen Fertigungsmaschinen, die aber nicht sofort stillgelegt werden, sondern notfalls zu Grenzkosten weiter benutzt werden.

Internet-Handel im Verdacht Verkaufspreise nach Betriebssystemen zu variieren

Dieser Blog ist kein Verbraucher-Portal, daher wird der Vorwurf, dass u.a. auch Amazon die angezeigten Preise den Betriebssystemen der Kunden anpasst nicht kritisiert. Im Detail geht es darum, dass z.B. Amazon die Verkaufspreise nicht nur mehrmals täglich ändert (vgl. Tankstellen), sondern auch davon ausgeht, dass der finanzielle Status z.B. eines iPhone-Nutzers höher ist als der eines mit Android-Betriebssystems. Dieser leicht sozialistische Ansatz wird vom Verfasser regelmäßig auch im B2B-Geschäft verfolgt. Grundsätzlich ist beispielsweise davon auszugehen, dass wachstumsintensive Firmen weniger preissensibel sind als solche, die sich in der Krise befinden.
Zurück zu Konsumenten als Kunden: Weitere Formen des Dynamic Pricing können bei den Tageszeiten der Bestellung wie auch dem bisherigen Bestellverhalten/ – volumen festgestellt werden. Wenn jemand den Großteil bei einer Website einkauft, kann deren Betreiber davon ausgehen, dass der Kunde womöglich bequem ist oder gar keine Preisvergleiche mehr vornimmt. In beiden Fällen wird er die Preise erhöhen. Dynamic Pricing kann somit im Widerspruch zu Fair Pricing stehen.

Spritpreise im Tagesverlauf: Sehr volatil, aber einem Muster folgend (Dynamic Pricing)

Der ADAC hat festgestellt, dass der Sprit in der Nacht am teuersten ist (klar, weniger Tankstellen haben geöffnet und wer tankt schon zu dieser Uhrzeit?) und am Abend am günstigsten. Per Saldo sind Preisunterschiede von hohen 8 Cent/ Liter am Tag nicht ungewöhnlich. Derartige Preisschwankungen sind auf andere Produkte kaum übertragbar, die Logik hierhinter zu verstehen erscheint dennoch sinnig.
Eine Beobachtung, die ich als regelmäßiger Trier-Besucher gemacht habe: Dort sind die Benzinpreise sehr hoch (im Schnitt > 10 Cent höher als in München), obwohl sie im nahen Luxemburg extrem niedrig sind (im Schnitt > 10 Cent günstiger als in München). Meine Interpretation: Wer spart fährt eh über die Grenze nach Luxemburg. Wer dies nicht tun will oder einen Firmenwagen fährt, wird auch bereit sein an einer der wenigen Trierer Tankstellen viel zu zahlen.