Amazon will mittels Rabatten Retouren senken

Eines der größten Probleme beim Internet-Versand von Kleidung stellen die Retouren dar. Das Handling des Wiederauspackens etc. ist noch verkraftbar. Das Waschen ist schon teurer und sollte die Waren mit Gebrauchtsspuren zurückkommen, ist ein Abverkauf über spezielle Geschäfte fast zwingend.
Amazon bietet seinen US-Prime-Kunden nun einen nachträglichen Rabatt an, sofern die Ware nicht zurückgeschickt wird. Je mehr man von mehreren Artikel behält und somit nicht zurückschickt, desto größer die Gutschrift. Sicherlich ein interessanter Ansatz.

Amazon will Preisvergleiche unterbinden

Amazon, bislang selber Profiteur von Preisvergleichen, will diese in seinen eigenen Geschäften unterbinden. Die zweifelhafte Angewohnheit mancher Kunden im Geschäft nach Preisen zu schauen oder sich gar beraten zu lassen um dann schnell den Preisvergleich im Internet durchzuführen und dort zu bestellen, will Amazon nicht akzeptieren. Wer WLan in den neuen Amazon-Shoph nutzt, läßt den Amazon-Server seinen Handy-Inhalt auslesen und dieser sperrt dann etwaige Abfragen. So funktioniert Marktwirtschaft 🙂

Link zum Chip-Artikel

Über eine interessante Frage kann hier abgestimmt werden: Ist Amazon innovativ oder „nur“ perfekt?

Wie Amazon durch die Buchpreisbindung subventioniert wird

Der nachfolgende Artikel erschien erstmals am 29.12.2013 und wurde zuletzt am 06.11.2016 durch die Einfügung aktueller Zahlen überarbeitet.

Durch das Buchpreisgesetz sind die Verlage gesetzlich verpflichtet den Endpreis ihrer Bücher incl. Umsatzsteuer (7%) festzulegen. Aus diesem Grund gibt es keinen Preiswettbewerb beim Verkauf. Beim Einkauf gibt es jedoch keine vorgegebenen Preise. Die Verlage müssen mit ihren Kunden (Buchhändler, Großhändler oder aber große Internethändler wie Amazon) die Preise aushandeln. Hier kommt es also auf die Marktmacht an – so wie (fast) überall in der Wirtschaft. Der Unterschied: Ein Discounter wie Aldi hat zwar eine große Marktmacht, gibt einen Großteil seines Einkaufsvorteils aber an den Verbraucher weiter. Im Buchhandel ist dies nicht der Fall.

Während größere Buchhändler einen Rabatt von etwa 40% durchsetzen können, erreicht Amazon etwa 50% + 5%. Bei 50% gibt es wiederum eine gesetzliche Deckelung; „5%“ sind daher versteckte, verhandelte Zusatzleistungen, die der Verlag für Amazon, i.d.R. aber nicht für Buchhändler erbringen muß (Lagerkosten auch für Durchlaufposten). Wird ein Einkaufsvorteil von nur 10%-Punkten unterstellt, ergibt sich hieraus ein wertmäßiger Einkaufsvorteil von aktuell über 200 MioEuro p.a. (Buch-Umsatz Amazon 2014: 2,2 MrdEuro) mit steigender Tendenz. Der Marktanteil am gesamten deutschen Buchmarkt lag bereits 2012 bei etwa 20%, so der Buchreport. Inclusive 2016 dürfte Amazon seit seinem Markteintritt in Deutschland rund 1,5 MrdEuro günstiger eingekauft haben als die anderen Buchhändler. Da Einkaufsvorteile in einem preislich wettbewerbsintensiven Markt (der Buchmarkt ist dies gerade nicht) zu einem Großteil weitergeben werden müssen, dürfte Amazon durch die Buchpreisbindung deutlich über 1 MrdEuro gewonnen haben.

Korrekterweise muß hervorgehoben werden, dass das Gros der Buchhändler von der Buchpreisbindung sicherlich auch profitiert (bei einem Preiswettbewerb hätten sie erst recht keine Chance – Amazon hätte sicherlich aber Ertragsprobleme, da es immer einige „Verrückte“ gibt, die bis zu ihrer Insolvenz besonders günstig sein wollen). Amazon bietet für die Verlage auch Vorteile (keine Forderungsausfälle, weniger Retouren). Aber wie schaut es mit den Einzelhändlern anderer Branchen aus? Für diese ist die Subventionierung von Amazon sicherlich von Nachteil. Denn Amazon ist ein Unternehmen, das permanent neue Geschäftsfelder besetzt und expandiert statt Gewinne an Aktionäre auszuschütten. Vor diesem Hintergrund kann davon ausgegangen werden, dass Amazon die als Folge der Buchpreisbindung generierten Mittel zulasten örtlicher Spielzeug-, Haushaltswaren-Händler etc. investiert. Die bereits eingetrene bzw. noch anstehende Verödung der Ortskerne von Klein- und Mittelstädten ist somit zum Teil auf die Buchpreisbindung zurückzuführen. (Lt. Wirtschaftswoche 45/2013 verlieren Städte bis 100.000 Einwohner bis 2023 rund 31% ihres Flächenumsatzes.)

Für eBooks gilt ebenfalls die Buchpreisbindung. Hier profitiert Amazon (wie z.B. auch Apple) vom Standort Luxemburg, so dass es nur 3% Umsatzsteuer abführen muß. Der deutsche Buchhändler muß hingegen 19% (der ermäßigte Satz gilt hier nicht) abführen. Per Saldo erhalten Amazon & Co. bei gleichem Preis netto 16%-Punkte mehr.

 

Amazon soll bis zu 3 Mrd. x am Tag die Preise verändern

Neue Untersuchungen zeigen, dass Amazon häufig nicht nur teurer als der klassische Handel ist, die Partner mal auf ihren Seiten günstiger oder teuerer sind, sondern auch, dass Amazon ebenso rege seine Verkaufspreise ändert. Konkret sollen etwa 20% aller Artikel hiervon betroffen sein. Es gibt bereits eine eigene Seite, auf denen Kunden die Amazon-Preise überwachen lassen können um dann beim Tiefststand informiert zu werden.
Quelle: Gründerszene

Eine eigene Erfahrung: Kürzlich wollten wir für unsere Kinder Lego ordern und stellten fest, dass der Amazon-Preis über dem im Lego-Prospekt aufgeführten Preises. Da nur noch wenige Artikel auf Lager waren, hatten wir hierfür auch eine logische Erklärung.

Warum Händler bei Amazon mit USP-Produkten höhere Preise nehmen sollten

Heute war in der Print-Ausgabe des Handelsblatts ein Artikel über das, was ein Kunde von mir erfuhr: Verkaufen Marketplace-Händler zahlreiche Stücke eines Artikels, nimmt Amazon den Artikel in sein Programm auf und kannibalisiert so den Marketplace-Händler. Bei meinem Kunden, der spezielle Produkte aus Übersee importiert, hatte dies zur Folge, dass er Amazon beliefern mußte. Er kann zwar weiter ergänzend als Marketplace-Händler tätig sein, muß die gleichen Artikel dort aber faktisch günstiger anbieten. Denn bei Preisvergleichen bevorzugt der normale Kunde stets Amazon (Vertrauensvorsprung, nur eine Lieferung bei Bestellung mehrerer Artikel etc.).
Fazit: Wer solch ein Produkt verkauft, sollte lieber mehr nehmen auch wenn dies zu Lasten der Stückzahlen und vielleicht auch der gesamten Marge geht. Hauptsache nicht auffallen!

Preisbutler24.de: Neues Tool für Amazon-Verkäufer reduziert automatisch den Preis

Von den Amazon-Shop generieren i.d.R. die den höchsten Umsatz mit einem Artikel, die diese am billigsten anbieten. Das Gros der Kunden würde bereits auf einen Preis-Unterschied von nur einem Cent reagieren und entsprechend klicken. Das Problem für die Shop-Betreiber: Es fehlte bislang der Überblick über den aktuellen Preis der Konkurrenz, sofern nicht permanent der Artikel abgefragt wurde. Bei zahlreich angebotenen Artikel eine mühselige Arbeit. Mit Preisbutler24.de gibt es nun eine Cloud-Lösung, die automatisch für definierte Artikel den Niedrigstpreis ermittelt und die eigenen Artikel im Preis so reduziert, dass er der günstigste ist.

Wieso Amazon an Preissenkungen verdienen kann

Amazon verlangt sowohl von den eBook-Anbietern wie von den Film-Verleihern deutlich niedrigere Preise, sofern der Transfer digital erfolgt. Der Verbraucher soll hiervon profitieren und mehr konsumieren, wodurch letztlich alle – auch die Verlage – gewinnen würden.

Ich denke, die wahre Motivation von Amazon besteht weniger im Mehrabsatz, sondern in der Umleitung der Kunden-Nachfrage vom Print/ DVD zur digitalen Übertragung. Denn gerade bei niedrig-preisigen Büchern dürften die anteiligen Logistik-Kosten (incl. Kapitalkosten Gebäude/ Einrichtung/ Lager und Lagerarbeiter) einen Großteil der Marge aufzehren. D.h. Amazon dürfte an einer rein digital erwirtschafteten Marge von 5 Euro netto wahrscheinlich mehr verdienen als bei einer Marge für eine Print-Ausgabe von z.B. 7,50 Euro.

Fatalerweise wird so mancher Mittelständler nur die Argumentation „Niedrigere Preise = Mehr-Absatz = Mehr-Ertrag“ übernehmen und sich der Änderung der Prozesse nicht bewußtsein.

Der stationäre Buchhandel hängt sich übrigens an den Stickerboom. Ich denke, eine wirklich gute Abgrenzung zum Online-Handel.

Ist die Zeit gekommen für höhere Buchpreise im Handel?

Die Buchpreisbindung hat m.E. nicht wie gewünscht Verlage und Buchhandel schützen können. Den meisten Unternehmen der Branche geht es heute schlechter als vor einigen Jahren. Zugleich wird durch die Buchpreisbindung Amazon quasi subventioniert und so die Expansion des Internethändlers in andere Branchen finanziert.
Heute vermeldete der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Erstaunliches: In 2013 konnte der stationäre Buchhandel leicht zulegen, während die Internethändler verloren. Offenbar solidarisieren sich Teile der Konsumenten mit dem klassischen Buchhandel. (Ich selber gehöre auch dazu: Via Internet bestelle ich Bücher bei meinem örtlichen Buchhändler und hole sie dort.) Nun stellt sich die Frage: Kann aus der Solidarität noch mehr herausgeholt werden? Z.B. ein Preisaufschlag von 5% gegenüber den Preisen, die z.B. der Internethändler nimmt. Je nach Region und Leserschaft denke ich, dass dies möglich sein könnte.