Profitieren Fernbusse vom niedrigen Dieselpreis?

Diese Frage hätte ich bis Mittwoch spontan mit „Ja“ beantwortet. Am Mittwoch-Abend aber war ich Gast einer Veranstaltung von Baker Tilly Roelfs und durfte einem Vortrag von Jochen Engert, Geschäftsführer von vormals „Flixbus“ und nun nach der Fusion von „Mein Fernbus“ anhören. „Mein Fernbus“ ist mit aktuell 800 Bussen Marktführer (80% Anteil) im deutschen Linienbetrieb. Engert verwies darauf, dass der Fernbus unter Vollkostengesichtspunkten stets günstiger als die Nutzung des eigenen PKWs sei, nicht wenige Autofahrer aber erst bei hohen Dieselpreisen umsteigen. Insofern wären 5 Euro je Liter besser fürs Geschäft. (Die Fernbusse hätte als Folge des erhöhten Wettbewerbs zudem für WLAN in ICE und stabilen Bahnpreisen gesorgt.)
Ebenfalls bei dem Vortrag nannte Engert als einen der Gründe für den Erfolg seines Unternehmens, dass die Gründer nicht aus der Branche kamen und daher alles völlig neu konzipierten. Nachts dürfen – so die internen Richtlinien – übrigens nur Busse fahren, die über die moderen Assistenzsysteme verfügen.