Paywall lieber spät als gar nicht

Jahrelang schreckten selbst große Medienhäuser vor der Einführung einer Paywall zurück. Zuerst sahen Sie ihr Internet-Angebot als Zusatzangebot für die Printausgabe an, die eine Quersubventionierung erlauben würde. Nachdem die Printauflagen stetig sanken, besann man sich der Option Werbung. Doch die Werbeerträge blieben denkbar niedrig und Werbung wird schnell von den nicht-zahlenden Internet-Usern als Zumutung betrachtet.

So verging Jahr für Jahr. Dann begann die „Bild“ im Jahr 2012 mit „Bildplus“. Heute abonnieren über 500.000 Leser das Angebot für monatlich knapp 5 €. Der Monatsumsatz von 2,5 Mio€ wirkt bescheiden, da aber Material (Druck & Papier) und der Vertrieb entfallen, können mir dem Geld schon einige Redakteure beschäftigt werden. Allerdings dürfte der Jahresumsatz von „Bildplus“ noch vor einigen Jahren dem Gewinn der Print-Ausgabe von wenigen Monaten entsprochen haben. Dennoch, der Beweis, dass eine Paywall funktioniert, wurde erbracht. Und zwischenzeitlich gehen immer mehr Zeitungen zu diesem Modell über.

Der Leser dieses Artikels aus anderen Branchen sollte sich fragen, ob er – ähnlich den Medienhäusern – bisweilen nicht auch zu zaghaft ist und auf die falschen Kunden setzt. (Ein Kunde, der nichts zahlen will und noch dazu über Werbung schimpft, ist schlechter als gar kein Kunde.) Gerne können wir gemeinsam überlegen, was Sie verändern können. Übrigens ist eine 50%ige Förderung meiner Beratung durch die Bafa möglich. Fragen Sie mich bitte – die Beantragung ist recht einfach.