Luftfahrt – eine kaputte Branche

Ich bin wahrlich kein Experte i.S. Passagierflugfahrt, gleichwohl wundere ich mich über die Verluste vieler Marktteilnehmer, das permanente Abspecken und die stetige Verschlechterungen zu Lasten der Passagiere (leichteres Gepäck, keine Mahlzeiten etc.). Am meisten wundere ich mich aber über die niedrigen Preise. Und jeden Wenig-Flieger, den ich frage, denkt ähnlich.
Letzte Woche hat Air Berlin – trotz niedriger Kerosinpreise – mal wieder schlechte Quartalszahlen veröffentlicht. Grund einmal nachzuschauen, wie hoch der Umsatz je Passagier (incl. Flugsteuern, Sicherheitsgebühren, aber ohne Umsatzsteuer) war: 132,85 Euro (immerhin + 1,9%). Um zumindest ausgeglichen abzuschliessen hätten die Preise um rund 4 Euro/ Passagier höher sein müssen. Offenbar ist der Betrag nicht realisierbar.
Sollte ich übrigens auf die Idee kommen beim nächsten mal per Taxi zum Flughafen München anzureisen, werde ich hierfür rund 80 Euro zahlen müssen, für die S-Bahn auch nicht bescheidene 13 Euro (nur eine Strecke).
Interessant ist, dass die anderen Teilnehmer der Wertschöpfungskette Fliegen (Großflughäfen, Flugzeughersteller, Internetportale) nicht schlecht verdienen. Dies unterscheidet die Luftfahrt beispielsweise von der Druckindustrie, in der weder die typischen Druckereien noch die Druckmaschinenhersteller Geld verdienen.