Künstliche Verknappung am Beispiel Ferrari

Das Handelsblatt-Printausgabe (18.03.) berichtete darüber, dass Ferrari in 2013 bewußt weniger Autos hergestellt hat als man hätte verkaufen und herstellen können. Stattdessen wurden i.S. der Markenpflege und des Gewinns die Verkaufspreise angehoben. Die Strategie, maximal 8.000 Fahrzeuge p.a. zu bauen, soll 3 Jahre beibehalten werden.
Es gab übrigens Zeiten, da kosteten Tageszulassungen bei Mercedes auf Grund der umgehenden Verfügbarkeit mehr als Neuwagen, auf die man 1 Jahr warten mußte.

Dieser Pricing-Ansatz ist bedingt sogar im Lebensmittelhandel durchsetzbar. Ein aufstrebender Lebensmittelhersteller überrascht die Einkäufer potentieller neuer Kunden zunächst mit seinen hohen Preisen, um sodann auf die Lieferzeiten von 6 Wochen hinzuweisen. Erst diese Kombination macht den Hersteller für manchen Einkäufer, der etwas Besondere sucht, interessant.

Und Pricing mittels (indirekter) Verknappung bietet sich immer dann an, wenn Erweiterungsinvestitionen anstehen. Statt weiterhin eine 5%ige Umsatzrendite bei einem Absatzanstieg von 20% (aus Erweiterung) zu realisieren, ist eine 7%ige Umsatzrendite bei konstantem Absatz, aber einer durchschnittlichen Preiserhöhung von 2% erstrebenswerter.

Natürlich muß das Produkt stimmen, dann nehmen Kunden vieles auf sich um dabei zu sein. (Incl. stundenlanges Warten wie bei Apple-Neueinführungen.)