Hugo Boss – Verschärfte Preisstrategie

Über die Preisstrategie von Hugo Boss wurde hier schon mehrmals berichtet: Anzüge kosten in China fast das Dreifache vom deutschen Ladenpreis. Das Problem der chinesischen Touristen (sehen niedrigere Preise hier) sollte durch höhere Preise in Deutschland entschärft werden.
Nun der nächste Schritt: Das Filialnetz wird weiter vergrößert, der Einzelhandel aber nicht mehr beliefert. „Boss wird nicht mehr auf der Stange neben anderen Marken hängen“, so der VV Lahrs. Zugleich soll der günstigste Anzug nicht mehr wie bisher 449 Euro, sondern künftig mehr als 500 Euro kosten. Der Luxusanteil mit Anzügen ab 750 Euro soll auf über 20% verdoppelt werden. Experten, so das Handelsblatt v. 13.03., würden am Erfolg der Preisstrategie zweifeln. Es bleibt auf jeden spannend.
Ein Nebeneffekt der Konzentration auf die Filialen könnte m.E. sein, dass Boss-Kunden, die sonst keine anderen Marken kaufen, künftig nicht mehr mit Sonderangeboten anderer Marken konfrontiert werden. Wer in der City gezielt zur Boss-Filiale geht, hat kaum Augen für die Preisschlachten, die die Schaufenster der Einzelhändler beinhalten.