Höhere Preise mit alten Technologien/ Produkten

Innovationen führen dazu, dass die Preise der bisherigen Artikel sinken. In der Folge kommt es zu einer Marktbereinigung, das Angebot sinkt und somit nimmt der (Preis-) Wettbewerb ab. Viele Anbieter realisieren dies aber nicht und lassen die Preise im „Keller“. Aber: Wer heute noch einen Drucker mit Endlos-Papier oder Microfiches benutzt, wird dafür seinen Grund haben (oder „hinterm Mond“ leben) und auch bereit sein mehr zu zahlen.
Ich kenne ein Produktions-Unternehmen, dessen Fertigung von einem 30 Jahre alten Schaltschrank abhängt. Ob Ersatzteile für diesen Schrank nun 10.000 Euro oder 10.000 Euro + x kosten spielt für das Unternehmen keine Rolle. Eine komplett neue Fertigungslinie würde schließlich 5 MioEuro kosten. Diese Beispiele gibt es vielfach. Da mir der Wechsel von einem Notebook zu einem neuen zu mühselig ist, kaufe ich stets das Schnellste um es dann 1 bis 2 Jahre länger als üblich zu benutzen. Nun habe ich festgestellt, dass sich das Kabel an meinem Netzstecker auflöst. Bei Amazon gab es nur einen Anbieter für ein neues Kabel. Dieser verlangt lediglich 14 Euro. Ohne Bedenken hätte ich auch 20 Euro gezahlt.
Ähnliches gilt für die Flugzeugindustrie. Viele der sich heute im Betrieb befindlichen Flugzeuge wurden vor 20 oder 30 Jahren entwickelt. Als Ersatz kommen hier nur alte Mikroprozessoren in Frage, die heutigen wären viel zu schnell. Die alten Chips haben daher einen erheblichen Wert.

Pricing bedeutet hier, den preislichen Lebenszyklus der Artikel zu berücksichtigen. Preis-Controlling hilft hier. Ein ganz plakatives Beispiel sind viele Autos. Zuerst sinken sie im Wert um dann, wenn sie den Oldtimer-Status erreicht haben, wieder zu steigen. Ersatzteil-Pricing kann übrigens auch Inhalt eines 1-Tages-Workshops sein.