Digital Due Diligence

In der NZZ am Sonntag v. 03.01.16 wurde die Oxford-Studie thematisiert. Diese besagt, dass in den nächsten 20 Jahren die Hälfte der Jobs als Folge der weiteren Digitalisierung i.w.S. verschwinden wird. Vielleicht wird der Arbeitsplatz-Verlust geringer sein. Fakt ist aber, dass heutige Unternehmen vielfältig mit den Folgen der Digitalisierung zu tun haben werden. Dies gilt auch für Branchen, die bislang „vernachlässigt“ wurden und denen es daher an Sensibilität für das Thema fehlt.

Die Veränderungen können durch neue Wettbewerber oder durch eine geringere Nachfrage als Folge der Share-Economy erfolgen (welcher Haushalt benötigt noch einen Zweitwagen, wenn er dank autonom fahrender Fahrzeuge z.B. BMW DriveNow mittels Handy vorfahren lassen kann); produzierende Unternehmen werden womöglich durch 3-D-Drucker bedrängt werden. Ein Teil der Produktivitätsgewinne wird sicherlich an die Kunden in Form niedrigerer Verkaufspreise (Pricing) weitergegeben.

Da diese Veränderungen sukzessive kommen, sind sie bereits mittelfristig (auf Sicht von 5 Jahren) für Unternehmen relevant und somit eigentlich auch für die Bestimmung des Unternehmensbewertes. Insofern erstaunt es, dass bei Unternehmenskäufen selten eine weiterreichende „Digital Due Diligence“ erfolgt. (Werbung in eigener Sache: Der Verfasser bietet eine „Digital Due Dilligence“ an.)

(Wer den o.g. Artikel liest, staunt nicht, dass der Telekom-Chef Höttges sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen ausspricht. Die Autoren des neuen Standardwerkes „The Second Machine Age“ fordern eine negative Einkommenssteuer.)

Die Thematik wurde in der NZZ am 10.01.16 mit einem Interview mit Erik Brynjolfsson, einem der beiden Autoren von „Second Machine Age“, fortgesetzt.