Die HVB schließt Filialen – nimmt aber keine Gebühren

Die HVB reduziert ihr Netz um 240 Filialen, davon 190 in Bayern (Link). Für diesen Schritt hat sie sicherlich Gründe. Eines aber verwundert mich schon: Für mein privates Konto zahle ich keine Gebühren, da ich das hierfür notwendige Mindestguthaben von m.W. 2.000 Euro im Schnitt vorhalte. Die Liquidität nützt der HVB heute aber nichts mehr, denn Geld gibt es sowieso im Überfluß. Der Versuch eines Cross-Sellings findet seit Jahren nicht mehr statt. Und außer dem bescheidenen Giro-Konto habe ich ich seit rund 20 Jahren weder Aktiva noch Passiva bei der HVB. (Seinerzeit wollte ich Aktien über das damals recht neue Internet kaufen, was aber nicht bei der HVB möglich war – so wechselte mein Depot zu einer Direktbank.) Per Saldo dürfte ich der HVB „richtig“ Geld kosten (Kontenauszüge am Automaten, Durchführung der kostenlosen Überweisungen etc.)
Insofern wäre es mehr als nachvollziehbar, wenn sie Gebühren von mir erheben würde. Tut sie aber nicht. Aus Angst mich zu verlieren? Bei meiner HVB-Vergangenheit (Computer-Analyse erfolgt wohl nicht) würde sie sicherlich profitieren.

Mitte September schaltete die Münchner Stadtsparkasse Anzeigen um HVB-Kunden zu akquirieren

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Lange Rede kurzer Sinn: Manche Unternehmen entscheiden sich für die großen Schritte, übersehen dabei aber die naheliegenden Potentiale. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Verantworlichen der Bank gar nicht wissen, dass es noch kostenlose Konten gibt. Vielleicht haben sie aber auch nur Angst vor einer möglichen Negativ-Presse. Einke klare Preisstrategie ist derzeit nur schwer erkennbar.

PS: Mein 90 jähriger Schwiegervater würde sicherlich 10 Euro/ Monat zahlen – Geld-Automaten und Kontenauszugsdrucker werden nicht gerade von ihm präferiert.