Tipp zu Corona-Hilfen

Der Einzelhandel kann nun Saisonware bei der Corona-Hilfe ansetzen. Daher wird der vorherige Artikel bestätigt. Denn zugleich ist für die Gewährung der Corona-Hilfe das Kriterium Umsatzrückgang maßgeblich. Daher sollte nicht mehr um jeden Preis verkauft werden. Szenario-Rechnungen sind das Gebot der Stunde. Lieber Ware im Lager behalten bzw. ein externes Lager anmieten und die Ware nach Corona mit Rabatt verkaufen. Diese Überlegung kann insbesondere für den Textilhandel (Modegeschäfte) und den Sportfachhandel wertvoll sein.

Unsere Unternehmensberatung arbeitet von München aus deutschlandweit. Da wir uns sowohl auf die Themen Pricing/ Verkaufspreisberatung wie auch Finanzierung spezialisiert haben, denken wir hier ganzheitlich. Gerne stehen wir für ein unverbindliches Gespräch/ Telefonat zur Verfügung.

Einzelhandel: Abverkauf um jeden Preis?

Als Folge des Corona bedingten Lockdowns sehen gerade Einzelhändler aus den Bereichen Texitlwirtschaft und Sport mit Schrecken das Saison-Ende näherkommen. Ihre vollen Läger wollen sie reduzieren, koste es, was es soll. Neben hohen Rabatten sind sie bereit Provisionen (z.B. an Zalando oder Amazon) und Versandkosten sowie Retouren zu akzeptieren um an Liquidtät zu gelangen. Die Folge werden hohe Verluste sein – auch bilanziell (Stichwort Eigenkapital).

Vor diesem Hintergrund erscheint es mir eine Option nur moderate Abverkäufe anzustreben und die dringend benötigte Liquidität mittels KfW-Darlehen zu sichern und zugleich zu versuchen die Miete temporär zu reduzieren. Dies ist mit einer Gesetzesänderung Ende November erleichtert worden. Die jetzt nicht verkaufte Ware kann dann in der kommenden Saison mit „kleineren“ (20 bis 30%?) Rabatten verkauft werden. Da dann Provisionen und das Risiko Retouren entfallen, werden so Verluste deutlich reduziert.

Hilfreich bei all dem sind Szenario-Rechnungen. Dieses bietet der Betreiber der Website, die Equity Advice Unternehmensentwicklungs GmbH, mit einem kleinen Zeiteinsatz an. Durch die Dokumenation des Ganzen erhalten Sie zugleich eine aussagefähige Plan-Rechnung für die Hausbank bzw. die KfW sowie den Vermieter.

AvP-Insolvenz: So kann es für Apotheken weitergehen

Durch die Insolvenz des eigentlich von der Bafin beaufsichtigten Abrechners, geraten viele Apotheken in Liquiditätsnot. Diese dürfte i.d.R. nicht existenzgefährdend sein. Letztlich gibt es drei Möglichkeiten den Liquiditätsausfall zu decken:
– Einlage privater Mittel
– Finanzierung durch die Hausbank
– Verhandlung mit dem Großhändler zwecks Streckung der Zahlungsziele.

Erfahrungsgemäß wird die Rettung durch den Großhändler besonders teuer. Daher stellt die Hausbank-Variante die günstigste Variante dar, wenn kurzfristig keine privaten Mittel verfügbar sind.

Die Hausbank oder ein anderes Institut (wenn es keine Hausbank gibt) will natürlich wissen, ob das Darlehen zurückgezahlt werden kann. Hierfür ist eine integrierte Unternehmensplanung hilfreich bis notwendig. D.h. die vergangene Entwicklung (GuV/ Bilanz) wird dargestellt und die Zukunft geplant. Nach Abzug der Investitionen, Entnahmen, Steuern und Tilgungen etwaiger bereits vorhandener Darlehen verbleibt ein Rest, der Free-Cash-Flow, der für die Tilgungen zur Verfügung steht. Die Bank wird nach Sicherheiten fragen. Haben Sie keine beleihbaren, gibt es i.d.R. Bürgschaften von Förderbanken auf Landesebene.

Derartige Planungen/ Darstellungen erstellt der Autor seit Jahrzehnten bundesweit.Er ist Apotheken-erfahren und seine Arbeit kann zu 50% von der Bafa gefördert werden (ein Anruf und ich erläutere Ihnen gerne das Procedre). Bei einem Zeiteinsatz von 1-2 Tage verbleiben somit Netto-Kosten von lediglich 1.000 bis 2.000 €.

Infos zum Autor finden Sie hier (Link).

Paywall lieber spät als gar nicht

Jahrelang schreckten selbst große Medienhäuser vor der Einführung einer Paywall zurück. Zuerst sahen Sie ihr Internet-Angebot als Zusatzangebot für die Printausgabe an, die eine Quersubventionierung erlauben würde. Nachdem die Printauflagen stetig sanken, besann man sich der Option Werbung. Doch die Werbeerträge blieben denkbar niedrig und Werbung wird schnell von den nicht-zahlenden Internet-Usern als Zumutung betrachtet.

So verging Jahr für Jahr. Dann begann die „Bild“ im Jahr 2012 mit „Bildplus“. Heute abonnieren über 500.000 Leser das Angebot für monatlich knapp 5 €. Der Monatsumsatz von 2,5 Mio€ wirkt bescheiden, da aber Material (Druck & Papier) und der Vertrieb entfallen, können mir dem Geld schon einige Redakteure beschäftigt werden. Allerdings dürfte der Jahresumsatz von „Bildplus“ noch vor einigen Jahren dem Gewinn der Print-Ausgabe von wenigen Monaten entsprochen haben. Dennoch, der Beweis, dass eine Paywall funktioniert, wurde erbracht. Und zwischenzeitlich gehen immer mehr Zeitungen zu diesem Modell über.

Der Leser dieses Artikels aus anderen Branchen sollte sich fragen, ob er – ähnlich den Medienhäusern – bisweilen nicht auch zu zaghaft ist und auf die falschen Kunden setzt. (Ein Kunde, der nichts zahlen will und noch dazu über Werbung schimpft, ist schlechter als gar kein Kunde.) Gerne können wir gemeinsam überlegen, was Sie verändern können. Übrigens ist eine 50%ige Förderung meiner Beratung durch die Bafa möglich. Fragen Sie mich bitte – die Beantragung ist recht einfach.

Amazon will mittels Rabatten Retouren senken

Eines der größten Probleme beim Internet-Versand von Kleidung stellen die Retouren dar. Das Handling des Wiederauspackens etc. ist noch verkraftbar. Das Waschen ist schon teurer und sollte die Waren mit Gebrauchtsspuren zurückkommen, ist ein Abverkauf über spezielle Geschäfte fast zwingend.
Amazon bietet seinen US-Prime-Kunden nun einen nachträglichen Rabatt an, sofern die Ware nicht zurückgeschickt wird. Je mehr man von mehreren Artikel behält und somit nicht zurückschickt, desto größer die Gutschrift. Sicherlich ein interessanter Ansatz.

Pricing-Vorbild MyMuesli mit nächstem Streich

Das Unternehmen, das Müsli zu sehr hohen Preisen, aber in eher kleineren und nicht vergleichbaren Gebinden anbietet, hat ein neues Produkt: „Hipster-Milch“ für sage und schreibe 3,90 Euro/ Liter. Es handelt sich natürlich nicht um Kuhmilch, sondern um Hafermilch. Aber: Diese gibt es heute bereits bei Alnatura für die Hälfte des Preises. Die Strategie von MyMuesli ist eindeutig: Lieber weniger verkaufen, dafür zu hohen Margen.
Link

Internet-Preisbeobachter Spottster wird liquidiert

Der u.a. aus der Höhle des Löwen bekannte Preisinformat wird mangels Wachstumsperspektive liquidiert. Spottster kooperierte mit 5.500 Online-Shops und informierte User, wenn der Preis des gesuchten Produktes das gewünschte Niveau erreichte. Im Gegenzug erhielt man eine Provision.
Interessant zum Ende sind auch die Kommentare am Ende des Berichtes.

Mögliche andere Gründe: Konkurrenz war stärker oder aber mangelnde Nachfrage, weil die User lieber „jetzt“ als später haben wollen und dafür auch bereit sind einen höheren Preis zu zahlen.

Markteintritt Amazon Fresh – Optionen aus preislicher Sicht

Seit einigen Tagen liefert Amazon Lebensmittel in Berlin und Umgebung aus. Wie die Süddeutsche schreibt, hebt sich Amazon dabei mit niedrigen Preisen hervor, sofern die Mindestbestellgebühr von 40 Euro eingehalten wird. Welche Optionen haben die Wettbewerber, insbesondere der große stationäre Handel?

1. Preislich mitzuziehen. Aber: Einerseits kann Amazon entgangener Deckungsbeitrag relativ egal sein auf Grund seiner Stärke, der Subvenionierung durch das Buchgeschäft und vor allem seiner geringen Umsätze im Lebensmittel. Es stellt schließlich einen Unterschied dar, ob man bei einem geringen oder einem hohen Umsatz auf den jeweiligen Deckungsbeitrag verzichtet.
2. Die großen Ketten (Rewe, Lidl, Edeka & Co.) könnten ihre Preise nur in Berlin senken. Dann würde aber wohl negative Presse drohen („Rewe in Berlin 20% günstiger als in Hamburg“).
3. Die großen Ketten tun das, was jetzt Lidl macht: Den Lieferanten von Amazon massiv mit Auslistung drohen. Aber: Amazon hat einen sehr guten Ruf und genießt Vertrauen. Zur Not könnte Amazon m.E. auch reine Handelsmarken anbieten. Die Lieferanten würde Amazon bekommen. (Ich war selber mal involviert: Markenhersteller gründete Tochter, die an einem anderen Ort saß und von einem Treuhänder gehalten wurde. Über diese wurden dann Handelsmarken verkauft ohne dass es die großen Ketten nachverfolgen konnten.)
4. „Mobbing“: Nicht gerade fair, aber denkbar: Die Amazon-Lieferwagen beobachten und jedes Falschparken anzeigen. Es geht schließlich um die Existenz.

Lidl und Aldi gehen übrigens derzeit in den USA dreist vor: Sie bauen ihre Filialen bevorzugt gegenüber vom Platzhirschen Wal Mart.