AvP-Insolvenz: So kann es für Apotheken weitergehen

Hervorgehoben

Durch die Insolvenz des eigentlich von der Bafin beaufsichtigten Abrechners, geraten viele Apotheken in Liquiditätsnot. Diese dürfte i.d.R. nicht existenzgefährdend sein. Letztlich gibt es drei Möglichkeiten den Liquiditätsausfall zu decken:
– Einlage privater Mittel
– Finanzierung durch die Hausbank
– Verhandlung mit dem Großhändler zwecks Streckung der Zahlungsziele.

Erfahrungsgemäß wird die Rettung durch den Großhändler besonders teuer. Daher stellt die Hausbank-Variante die günstigste Variante dar, wenn kurzfristig keine privaten Mittel verfügbar sind.

Die Hausbank oder ein anderes Institut (wenn es keine Hausbank gibt) will natürlich wissen, ob das Darlehen zurückgezahlt werden kann. Hierfür ist eine integrierte Unternehmensplanung hilfreich bis notwendig. D.h. die vergangene Entwicklung (GuV/ Bilanz) wird dargestellt und die Zukunft geplant. Nach Abzug der Investitionen, Entnahmen, Steuern und Tilgungen etwaiger bereits vorhandener Darlehen verbleibt ein Rest, der Free-Cash-Flow, der für die Tilgungen zur Verfügung steht. Die Bank wird nach Sicherheiten fragen. Haben Sie keine beleihbaren, gibt es i.d.R. Bürgschaften von Förderbanken auf Landesebene.

Derartige Planungen/ Darstellungen erstellt der Autor seit Jahrzehnten bundesweit.Er ist Apotheken-erfahren und seine Arbeit kann zu 50% von der Bafa gefördert werden (ein Anruf und ich erläutere Ihnen gerne das Procedre). Bei einem Zeiteinsatz von 1-2 Tage verbleiben somit Netto-Kosten von lediglich 1.000 bis 2.000 €.

Infos zum Autor finden Sie hier (Link).

Paywall lieber spät als gar nicht

Jahrelang schreckten selbst große Medienhäuser vor der Einführung einer Paywall zurück. Zuerst sahen Sie ihr Internet-Angebot als Zusatzangebot für die Printausgabe an, die eine Quersubventionierung erlauben würde. Nachdem die Printauflagen stetig sanken, besann man sich der Option Werbung. Doch die Werbeerträge blieben denkbar niedrig und Werbung wird schnell von den nicht-zahlenden Internet-Usern als Zumutung betrachtet.

So verging Jahr für Jahr. Dann begann die „Bild“ im Jahr 2012 mit „Bildplus“. Heute abonnieren über 500.000 Leser das Angebot für monatlich knapp 5 €. Der Monatsumsatz von 2,5 Mio€ wirkt bescheiden, da aber Material (Druck & Papier) und der Vertrieb entfallen, können mir dem Geld schon einige Redakteure beschäftigt werden. Allerdings dürfte der Jahresumsatz von „Bildplus“ noch vor einigen Jahren dem Gewinn der Print-Ausgabe von wenigen Monaten entsprochen haben. Dennoch, der Beweis, dass eine Paywall funktioniert, wurde erbracht. Und zwischenzeitlich gehen immer mehr Zeitungen zu diesem Modell über.

Der Leser dieses Artikels aus anderen Branchen sollte sich fragen, ob er – ähnlich den Medienhäusern – bisweilen nicht auch zu zaghaft ist und auf die falschen Kunden setzt. (Ein Kunde, der nichts zahlen will und noch dazu über Werbung schimpft, ist schlechter als gar kein Kunde.) Gerne können wir gemeinsam überlegen, was Sie verändern können. Übrigens ist eine 50%ige Förderung meiner Beratung durch die Bafa möglich. Fragen Sie mich bitte – die Beantragung ist recht einfach.

Fair Pricing – bei Kreuzfahrten häufig ein Fremdwort

Der Ansatz des „Fair Pricing“ wurde wohl zuerst für die Medizin-Branche entwickelt. Klar, ein Hersteller soll Geld verdienen, aber ethisch unhaltbar wären beispielsweise gleiche Medikamentenpreise für Kunden in der Schweiz wie auch in einem 3. Welt-Land. Aus diesem Grund soll in der Medizin das lokale Einkommen berücksichtigt werden.

„Fair Pricing“ gewinnt aber auch in ganz anderen Branchen an Bedeutung. Häufig wird der Begriff erst verwandt, wenn es der Lieferant übertreibt. Ein Beispiel stellt die Kreuzfahrtbranche dar. Lt. Handelsblatt (23.01.18, S. 18/19) werben viele US-Reedereien sowie die italienische Reederei MSC mit scheinbar sehr niedrigen Preisen. Der Kunde wird dann bei der Buchung darauf hingewiesen bzw. verpflichtet sich dazu, dass noch ein Trinkgeld fällig ist. Je nach Anbieter beträgt dieses 10 Euro/ Tag oder auch 16,50 Dollar/ Tag.

Fairpricing bei Kreuzfahrten ein ProblemOhne die Trinkgelder käme die Crew nicht aus. Bei US-Reedereien verdienen viele nur 800 Dollar/ Monat.

Die deutschen Reedereien wie Aida oder Tui Cruises haben diese Praxis nicht übernommen und somit einen Wettbewerbsnachteil. Ihre Angebote sind scheinbar teurer.

Mein Rat: Man muß nicht alles machen, was möglich ist. Abgesehen von der Fragwürdigkeit des verlangten Trinkgeldes: Es kann schnell zum Eigentor werden, wenn sich der Kunde übervorteilt fühlt oder es gar zu Unterschlagungen kommt.

Wal Mart setzt Roboter für´s Pricing ein

Der amerikanische Supermarkt-Konzern kontrolliert seine Warenbestände in den Läden nun versuchsweise mit Robotern. Diese scannen die Regale um nachzuordern und um Preise anzupassen. Nimmt der Warenbestand zügig ab, werden die Preise erhöht – digitale Preisschilder und Vernetzung ermöglichen Dynamic Pricing. Ein Youtube-Video zeigt das etwas sperrige Gerät:

Preisvergleich Bäckerei

Bei uns in der näheren Umgebung gibt es drei Bäckereien.
Bäcker 1: Gehört zu einer kleinen Bäckerei-Kette, d.h. Stammhaus und 11 Filialen – aber nicht sonderlich professionell – keine schöne Einkaufsatmosphäre
Bäcker 2: Inhaber-geführt, modernes, angenehm beleuchtetes Ladenlokal mit Show-Backstube (von außen einsehbar). Entfernung zur Bäckerei 1 ca. 2 km.
Bäcker 3: SB-Bedienung mit Tiefkühlware, die er aufbackt –natürlich mit Abstand am billigsten, aber auch entsprechend geringere Qualität, liegt etwa zwischen den Bäckereien 1 und 2.

Je nach Lust und Laune kaufe ich am Wochenende mal beim Bäcker 1 oder mal beim Bäcker 2. Nachdem ich mich immer wieder beim Bezahlen über signifikant unterschiedliche Rechnungsbeträge beim Einkauf vergleichbarer Mengen gewundert habe, habe ich nun mal die Artikel-Preise verglichen. Und siehe da, die Preisunterschiede sind erheblich:

Der typische Deckungsbeitrag ist mir nicht bekannt. Aber gehen wir einmal davon aus, dass – gemessen am Bäcker 2 – mindestens 60% des Verkaufserlös für das Material und die Kosten der Backstube (Personal, Einrichtung, Energie) verwendet werden müssen, verbliebe bei vergleichbaren Kosten der Bäckereien ein Deckungsbeitrag von rund 3 Euro. Die Bäckerei 1 käme aber auf 4,60 Euro. D.h. selbst wenn die Bäckerei 2 ihre Preise an das Niveau der Bäckerei 1 anpassen und 30% ihrer Kundschaft verlieren würde, stünde sie noch immer besser dar als heute. Von solch einem Verlust an Kundschaft ist aber nicht auszugehen. Denn wohin sollten die Kunden gehen? Die Bäckerei 1 wäre noch immer nicht günstiger und zudem weiter entfernt und die SB-Bäckerei wäre unverändert für viele keine Alternative.

Auch wenn Sie in einer anderen Branche oder dem reinen B2B-Geschäft tätig sind, gibt es sicherlich Möglichkeiten auch Ihre Preise zu optimieren. Vermutlich bei weitem nicht so stark, aber immerhin nennenswert.

Amazon will mittels Rabatten Retouren senken

Eines der größten Probleme beim Internet-Versand von Kleidung stellen die Retouren dar. Das Handling des Wiederauspackens etc. ist noch verkraftbar. Das Waschen ist schon teurer und sollte die Waren mit Gebrauchtsspuren zurückkommen, ist ein Abverkauf über spezielle Geschäfte fast zwingend.
Amazon bietet seinen US-Prime-Kunden nun einen nachträglichen Rabatt an, sofern die Ware nicht zurückgeschickt wird. Je mehr man von mehreren Artikel behält und somit nicht zurückschickt, desto größer die Gutschrift. Sicherlich ein interessanter Ansatz.

Teuerster Föhn der Welt wurde 1 Mio. mal verkauft

Die Wirtschaftswoche meldete, dass der von Dyson hergestellte Föhn bereits 1 Mio. mal verkauft wurde. Ich kenne seine Herstellkosten nicht, doch nehme ich an, dass bei einem Verkaufspreis von 399 Euro doch einiges „hängen“ bleibt.

Dazu passend, da der Schauspieler George Clooney, seine Tequila-Firma für 700 Mio. bis 1 Mrd. Dollar verkauft hat: Ein hoher Verkaufspreis steigert überproportional Marge und Gewinn. Denn der hohe Unternehmenswert bei einem Absatz von nur 1,8 Mio. Flaschen/ Jahr läßt sich nur mit dem Gewinn erklären. Und dieser wiederum nur mit dem hohen Verkaufspreis/ Flasche von mind. 70, teilweise auch 100 Euro (z.B. bei Amazon).

Link zu Clooney-Deal

Amazon will Preisvergleiche unterbinden

Amazon, bislang selber Profiteur von Preisvergleichen, will diese in seinen eigenen Geschäften unterbinden. Die zweifelhafte Angewohnheit mancher Kunden im Geschäft nach Preisen zu schauen oder sich gar beraten zu lassen um dann schnell den Preisvergleich im Internet durchzuführen und dort zu bestellen, will Amazon nicht akzeptieren. Wer WLan in den neuen Amazon-Shoph nutzt, läßt den Amazon-Server seinen Handy-Inhalt auslesen und dieser sperrt dann etwaige Abfragen. So funktioniert Marktwirtschaft 🙂

Link zum Chip-Artikel

Über eine interessante Frage kann hier abgestimmt werden: Ist Amazon innovativ oder „nur“ perfekt?