Anmerkung zum Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung

Auf dem Wirtschaftsgipfel der SZ sprach auch Helene von Roeder, die Deutschland-Chefin der Credit Suisse. Die SZ zitierte sie mit den Worten „Die Digitalisierung fährt uns nicht von A nach B und kocht uns kein Abendessen, aber sie macht Produkte transparenter…“

Mir geht es bei meiner Anmerkung weniger um die sachliche Bewertung ihrer Aussage (Stichwort mobile Autos ermöglichen künftig das Fahren von A nach B dank der Digitalisierung/ der Thermomix TM5 kocht mittels Chip-Karte fast alleine das Abendessen, die derzeit in der Entwicklung stehenden Koch-Roboter werden es dann vollständig selbstständig erledigen), sondern um den Hinweis, dass solche Äußerungen durchaus gefährlich sind. Unternehmer aus traditionellen Branchen mit noch geringem (persönlichen) Bezug zur Digitalisierung werden sich in ihrer Annahme, dass das Thema überbewertet wird, bestätigt fühlen. Vor einigen Wochen war ich Gast des F+E-Kongresses 2015 der Bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber. Die geringe Teilnehmerzahl erklärte ich mir wie folgt: Die innovativen Unternehmen besuchen solche Kongresse nicht, da sie nicht erwarten etwas für sie neues zu hören. Die weniger innovativen Unternehmen fühlten sich gar nicht angesprochen und sollten sie doch ins Grübeln kommen, wird dieses schnell wieder durch Aussagen wie die von Frau von Roeder beendet. Ihre Aussage stellt sozusagen eine Rechtfertigung für das Nichtstun dar.