Wal Mart setzt Roboter für´s Pricing ein

Der amerikanische Supermarkt-Konzern kontrolliert seine Warenbestände in den Läden nun versuchsweise mit Robotern. Diese scannen die Regale um nachzuordern und um Preise anzupassen. Nimmt der Warenbestand zügig ab, werden die Preise erhöht – digitale Preisschilder und Vernetzung ermöglichen Dynamic Pricing. Ein Youtube-Video zeigt das etwas sperrige Gerät:

Preisvergleich Bäckerei

Bei uns in der näheren Umgebung gibt es drei Bäckereien.
Bäcker 1: Gehört zu einer kleinen Bäckerei-Kette, d.h. Stammhaus und 11 Filialen – aber nicht sonderlich professionell – keine schöne Einkaufsatmosphäre
Bäcker 2: Inhaber-geführt, modernes, angenehm beleuchtetes Ladenlokal mit Show-Backstube (von außen einsehbar). Entfernung zur Bäckerei 1 ca. 2 km.
Bäcker 3: SB-Bedienung mit Tiefkühlware, die er aufbackt –natürlich mit Abstand am billigsten, aber auch entsprechend geringere Qualität, liegt etwa zwischen den Bäckereien 1 und 2.

Je nach Lust und Laune kaufe ich am Wochenende mal beim Bäcker 1 oder mal beim Bäcker 2. Nachdem ich mich immer wieder beim Bezahlen über signifikant unterschiedliche Rechnungsbeträge beim Einkauf vergleichbarer Mengen gewundert habe, habe ich nun mal die Artikel-Preise verglichen. Und siehe da, die Preisunterschiede sind erheblich:

Der typische Deckungsbeitrag ist mir nicht bekannt. Aber gehen wir einmal davon aus, dass – gemessen am Bäcker 2 – mindestens 60% des Verkaufserlös für das Material und die Kosten der Backstube (Personal, Einrichtung, Energie) verwendet werden müssen, verbliebe bei vergleichbaren Kosten der Bäckereien ein Deckungsbeitrag von rund 3 Euro. Die Bäckerei 1 käme aber auf 4,60 Euro. D.h. selbst wenn die Bäckerei 2 ihre Preise an das Niveau der Bäckerei 1 anpassen und 30% ihrer Kundschaft verlieren würde, stünde sie noch immer besser dar als heute. Von solch einem Verlust an Kundschaft ist aber nicht auszugehen. Denn wohin sollten die Kunden gehen? Die Bäckerei 1 wäre noch immer nicht günstiger und zudem weiter entfernt und die SB-Bäckerei wäre unverändert für viele keine Alternative.

Auch wenn Sie in einer anderen Branche oder dem reinen B2B-Geschäft tätig sind, gibt es sicherlich Möglichkeiten auch Ihre Preise zu optimieren. Vermutlich bei weitem nicht so stark, aber immerhin nennenswert.

Amazon will mittels Rabatten Retouren senken

Eines der größten Probleme beim Internet-Versand von Kleidung stellen die Retouren dar. Das Handling des Wiederauspackens etc. ist noch verkraftbar. Das Waschen ist schon teurer und sollte die Waren mit Gebrauchtsspuren zurückkommen, ist ein Abverkauf über spezielle Geschäfte fast zwingend.
Amazon bietet seinen US-Prime-Kunden nun einen nachträglichen Rabatt an, sofern die Ware nicht zurückgeschickt wird. Je mehr man von mehreren Artikel behält und somit nicht zurückschickt, desto größer die Gutschrift. Sicherlich ein interessanter Ansatz.

Teuerster Föhn der Welt wurde 1 Mio. mal verkauft

Die Wirtschaftswoche meldete, dass der von Dyson hergestellte Föhn bereits 1 Mio. mal verkauft wurde. Ich kenne seine Herstellkosten nicht, doch nehme ich an, dass bei einem Verkaufspreis von 399 Euro doch einiges „hängen“ bleibt.

Dazu passend, da der Schauspieler George Clooney, seine Tequila-Firma für 700 Mio. bis 1 Mrd. Dollar verkauft hat: Ein hoher Verkaufspreis steigert überproportional Marge und Gewinn. Denn der hohe Unternehmenswert bei einem Absatz von nur 1,8 Mio. Flaschen/ Jahr läßt sich nur mit dem Gewinn erklären. Und dieser wiederum nur mit dem hohen Verkaufspreis/ Flasche von mind. 70, teilweise auch 100 Euro (z.B. bei Amazon).

Link zu Clooney-Deal

Amazon will Preisvergleiche unterbinden

Amazon, bislang selber Profiteur von Preisvergleichen, will diese in seinen eigenen Geschäften unterbinden. Die zweifelhafte Angewohnheit mancher Kunden im Geschäft nach Preisen zu schauen oder sich gar beraten zu lassen um dann schnell den Preisvergleich im Internet durchzuführen und dort zu bestellen, will Amazon nicht akzeptieren. Wer WLan in den neuen Amazon-Shoph nutzt, läßt den Amazon-Server seinen Handy-Inhalt auslesen und dieser sperrt dann etwaige Abfragen. So funktioniert Marktwirtschaft 🙂

Link zum Chip-Artikel

Über eine interessante Frage kann hier abgestimmt werden: Ist Amazon innovativ oder „nur“ perfekt?

Nicht eingelöste Gutscheine – das Jochen Schweizer-Geschäftsmodell

Im Manager Magazin 06/2017 wird die Bilanz der Jochen Schweizer GmbH analysiert. Schweizer, bekannt aus der „Höhle des Löwen“, verkauft bekanntlich Event-Gutscheine. Das Ereignis (von Baggerfahren bis Fallschirmspringen) wird von Partnern durchgeführt. Da die Gutscheine i.d.R. verschenkt werden, hätte der Beschenkte sie eigentlich nicht gekauft. Und hierauf setzt Schweizer.
Laut Bilanz 2015 hat Schweizer 12,2 MioEuro aus der Einlösung von Gutscheinen erlöst, aber hohe 19 MioEuro aus dem Verfall anderer Gutscheine. In diesem Fall braucht er seinen ausführenen Partnern natürlich nichts zu zahlen. Diese Quersubventionierung braucht er letztlich auch, macht sein Unternhmen doch Verlust. In Summe sind bislang Verluste in Höhe von 72,7 MioEuro angefallen. Dies ist nicht so schlimm, solange er weiter Gutscheine verkauft. Für diese hat er in Summe Anzahlungen über 107,2 MioEuro in der Bilanz stehen, die er wohl größtenteils – da sie nicht eingelöst werden – nach drei Jahren ausbuchen kann. Dies ist eines der Risiken seines Geschäftsmodells: Die Verlängerung der Eintauschfrist. Ein Gericht hat sie bereits von 2 auf 3 Jahren erhöht.
Fazit: Er kann oder muß gar nicht deckende Preise akzeptieren, wenn er hierdurch Gutscheine verkaufen kann in der Hoffnung, dass diese nicht eingelöst werden.

Pricing-Vorbild MyMuesli mit nächstem Streich

Das Unternehmen, das Müsli zu sehr hohen Preisen, aber in eher kleineren und nicht vergleichbaren Gebinden anbietet, hat ein neues Produkt: „Hipster-Milch“ für sage und schreibe 3,90 Euro/ Liter. Es handelt sich natürlich nicht um Kuhmilch, sondern um Hafermilch. Aber: Diese gibt es heute bereits bei Alnatura für die Hälfte des Preises. Die Strategie von MyMuesli ist eindeutig: Lieber weniger verkaufen, dafür zu hohen Margen.
Link

Internet-Preisbeobachter Spottster wird liquidiert

Der u.a. aus der Höhle des Löwen bekannte Preisinformat wird mangels Wachstumsperspektive liquidiert. Spottster kooperierte mit 5.500 Online-Shops und informierte User, wenn der Preis des gesuchten Produktes das gewünschte Niveau erreichte. Im Gegenzug erhielt man eine Provision.
Interessant zum Ende sind auch die Kommentare am Ende des Berichtes.

Mögliche andere Gründe: Konkurrenz war stärker oder aber mangelnde Nachfrage, weil die User lieber „jetzt“ als später haben wollen und dafür auch bereit sind einen höheren Preis zu zahlen.